Warum drei Ebenen?
Die rechtliche Frage — Vorsorgegebiet ja oder nein — ist nur die halbe Wahrheit: 27 % aller deutschen Gemeinden liegen im geschätzten Wohnraum-Durchschnitt über der WHO-Empfehlung von 100 Bq/m³ — die allermeisten davon außerhalb jedes Vorsorgegebiets. Deshalb ordnen wir Ihren Standort dreifach ein: regulatorisch (Vorsorgegebiet), gesundheitlich (Gemeinde-Schätzwert gegen WHO- und Referenzwert) und geologisch (Radonpotenzial im Boden). Was keine Karte der Welt leisten kann: eine Aussage über Ihr konkretes Gebäude. Das klärt nur eine Messung über zwölf Monate.
Die Datengrundlage — und warum sie hier anders ausgewertet wird
Radon-Check verbindet drei amtliche Datensätze des Bundesamts für Strahlenschutz zu einer Abfrage. Die Karte zeigt das Radonpotenzial im Boden als Raster von einem Kilometer Kantenlänge — bundesweit rund 360.000 Zellen, berechnet aus Messungen an etwa 6.300 Messpunkten und der Geologie darunter. Darüber liegen die Schätzwerte für Wohnräume aller 11.126 deutschen Gemeinden und die Ausweisung der 209 Gemeinden, die als Radon-Vorsorgegebiet festgelegt sind.
Der Unterschied zu den verbreiteten Postleitzahl-Abfragen ist kein gestalterischer, sondern ein struktureller: Vorsorgegebiete sind auf Gemeinde- und Gemarkungsebene ausgewiesen, und Postleitzahlgebiete schneiden diese Grenzen. Eine PLZ-Abfrage liefert in gemischten Gebieten deshalb systematisch falsche Ergebnisse. Wir ordnen jeden Standort über seine Koordinate der Gemeinde zu — dem amtlichen Gemeindeschlüssel, nicht dem Ortsnamen.
Was auch diese Daten nicht leisten: eine Aussage über ein einzelnes Gebäude. Das Bundesamt für Strahlenschutz weist ausdrücklich darauf hin, dass die Karten dafür nicht geeignet sind, weil die Verhältnisse kleinräumig stark schwanken. Die Karte sagt, womit in Ihrer Umgebung zu rechnen ist. Was in Ihrem Keller tatsächlich ankommt, klärt nur eine Messung.