Bundesland · Datenstand BfS 2021
Radon in Hessen
In Hessen ist keine einzige Gemeinde als Radon-Vorsorgegebiet ausgewiesen — eine gesetzliche Messpflicht besteht hier also nirgends. Trotzdem liegen 15 % der Gemeinden im geschätzten Wohnraum-Durchschnitt über der WHO-Empfehlung von 100 Bq/m³.
Einordnung im Bundesvergleich
Der Median über alle Gemeinden liegt in Hessen bei 74 Bq/m³, bundesweit bei 78 Bq/m³.
Geschätzter Wohnraum-Durchschnitt, Median über alle Gemeinden des Landes.
Wo im Land die Werte höher liegen
Der Schwerpunkt liegt im Odenwald an der Bergstraße mit seinen Graniten und Gneisen. Rhein-Main-Ebene und Nordhessen bleiben deutlich darunter.
Gemeinden mit den höchsten Schätzwerten
| Gemeinde | Bq/m³ | Status |
|---|---|---|
| Lindenfels | 264 | — |
| Abtsteinach | 240 | — |
| Wald-Michelbach | 210 | — |
| Gorxheimertal | 205 | — |
| Willingen (Upland) | 185 | — |
| Bromskirchen | 185 | — |
| Mörlenbach | 170 | — |
| Modautal | 166 | — |
| Cornberg | 165 | — |
| Weißenborn | 161 | — |
| Angelburg | 161 | — |
| Grasellenbach | 155 | — |
| Fischbachtal | 153 | — |
| Lautertal (Odenwald) | 149 | — |
| Fürth | 144 | — |
Geschätzter Jahresmittelwert in Wohnräumen, Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz.
Warum 100 und nicht erst 300?
Der deutsche Referenzwert von 300 Bq/m³ ist kein Grenzwert, sondern ein Prüfmaßstab — und er ist zugleich das Maximum, das die EU-Richtlinie 2013/59/Euratom zulässt. Deutschland hat diesen Höchstwert übernommen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt dagegen 100 Bq/m³, weil sich gesundheitliche Effekte ab etwa dieser Größenordnung nachweisen lassen und das Risiko linear mit der Konzentration steigt.
Praktisch bedeutsam wird das dort, wo Räume mit Bodenkontakt regelmäßig genutzt werden: das Arbeitszimmer im Souterrain, die Werkstatt, der Hobbyraum — und als Extremfall die ausgebaute Kellerwohnung. Dort reichert sich Radon an, und dort wird erfahrungsgemäß am wenigsten gelüftet. Mehr zum Gesundheitsrisiko