Radon-Check

Bundesland · Datenstand BfS 2021

Radon in Hessen

In Hessen ist keine einzige Gemeinde als Radon-Vorsorgegebiet ausgewiesen — eine gesetzliche Messpflicht besteht hier also nirgends. Trotzdem liegen 15 % der Gemeinden im geschätzten Wohnraum-Durchschnitt über der WHO-Empfehlung von 100 Bq/m³.

426Gemeinden im Land
0davon Radon-Vorsorgegebiet
74Bq/m³ Median des Wohnraum-Schätzwerts (Bund: 78)
15 %der Gemeinden über der WHO-Empfehlung von 100 (Bund: 28 %)

Einordnung im Bundesvergleich

Der Median über alle Gemeinden liegt in Hessen bei 74 Bq/m³, bundesweit bei 78 Bq/m³.

0
100WHO
300Referenzwert
1000+

Geschätzter Wohnraum-Durchschnitt, Median über alle Gemeinden des Landes.

Wo im Land die Werte höher liegen

Der Schwerpunkt liegt im Odenwald an der Bergstraße mit seinen Graniten und Gneisen. Rhein-Main-Ebene und Nordhessen bleiben deutlich darunter.

Gemeinden mit den höchsten Schätzwerten

GemeindeBq/m³Status
Lindenfels264—
Abtsteinach240—
Wald-Michelbach210—
Gorxheimertal205—
Willingen (Upland)185—
Bromskirchen185—
Mörlenbach170—
Modautal166—
Cornberg165—
Weißenborn161—
Angelburg161—
Grasellenbach155—
Fischbachtal153—
Lautertal (Odenwald)149—
Fürth144—

Geschätzter Jahresmittelwert in Wohnräumen, Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz.

Warum 100 und nicht erst 300?

Der deutsche Referenzwert von 300 Bq/m³ ist kein Grenzwert, sondern ein Prüfmaßstab — und er ist zugleich das Maximum, das die EU-Richtlinie 2013/59/Euratom zulässt. Deutschland hat diesen Höchstwert übernommen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt dagegen 100 Bq/m³, weil sich gesundheitliche Effekte ab etwa dieser Größenordnung nachweisen lassen und das Risiko linear mit der Konzentration steigt.

Praktisch bedeutsam wird das dort, wo Räume mit Bodenkontakt regelmäßig genutzt werden: das Arbeitszimmer im Souterrain, die Werkstatt, der Hobbyraum — und als Extremfall die ausgebaute Kellerwohnung. Dort reichert sich Radon an, und dort wird erfahrungsgemäß am wenigsten gelüftet. Mehr zum Gesundheitsrisiko

Die Werte sind modellierte Schätzwerte auf Gemeindeebene. Das Bundesamt für Strahlenschutz weist ausdrücklich darauf hin, dass sich daraus keine Aussage über ein einzelnes Gebäude ableiten lässt — die Verhältnisse schwanken kleinräumig mit Bausubstanz, Untergrund und Lüftung. Klarheit schafft nur eine Messung über zwölf Monate.
→ Adresse prüfen → Wann eine Messung Pflicht ist → So läuft eine Messung ab