Bundesland · Datenstand BfS 2021
Radon in Niedersachsen
In Niedersachsen sind 3 Gemeinden als Radon-Vorsorgegebiet ausgewiesen. Dort besteht für Arbeitsplätze im Keller- und Erdgeschoss eine gesetzliche Messpflicht. Unabhängig davon liegen 2 % aller Gemeinden des Landes im geschätzten Wohnraum-Durchschnitt über der WHO-Empfehlung von 100 Bq/m³.
Einordnung im Bundesvergleich
Der Median über alle Gemeinden liegt in Niedersachsen bei 38 Bq/m³, bundesweit bei 78 Bq/m³.
Geschätzter Wohnraum-Durchschnitt, Median über alle Gemeinden des Landes.
Wo im Land die Werte höher liegen
Erhöhte Werte konzentrieren sich fast vollständig auf den Harzrand. Die drei Vorsorgegebiete des Landes liegen sämtlich im Landkreis Goslar; im übrigen Landesgebiet liegen die Schätzwerte durchweg niedrig.
Gemeinden mit den höchsten Schätzwerten
| Gemeinde | Bq/m³ | Status |
|---|---|---|
| Braunlage | 157 | Vorsorgegebiet |
| Walkenried | 140 | — |
| Harz (Landkreis Goslar) | 127 | — |
| Bad Lauterberg im Harz | 124 | — |
| Clausthal-Zellerfeld | 120 | Vorsorgegebiet |
| Harz (Landkreis Göttingen) | 117 | — |
| Heinade | 112 | — |
| Wangelnstedt | 111 | — |
| Bad Sachsa | 109 | — |
| Söllingen | 103 | — |
| Hedeper | 103 | — |
| Gevensleben | 103 | — |
| Beierstedt | 103 | — |
| Bad Grund (Harz) | 103 | — |
| Uehrde | 101 | — |
Geschätzter Jahresmittelwert in Wohnräumen, Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz.
Warum 100 und nicht erst 300?
Der deutsche Referenzwert von 300 Bq/m³ ist kein Grenzwert, sondern ein Prüfmaßstab — und er ist zugleich das Maximum, das die EU-Richtlinie 2013/59/Euratom zulässt. Deutschland hat diesen Höchstwert übernommen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt dagegen 100 Bq/m³, weil sich gesundheitliche Effekte ab etwa dieser Größenordnung nachweisen lassen und das Risiko linear mit der Konzentration steigt.
Praktisch bedeutsam wird das dort, wo Räume mit Bodenkontakt regelmäßig genutzt werden: das Arbeitszimmer im Souterrain, die Werkstatt, der Hobbyraum — und als Extremfall die ausgebaute Kellerwohnung. Dort reichert sich Radon an, und dort wird erfahrungsgemäß am wenigsten gelüftet. Mehr zum Gesundheitsrisiko