Radon-Check

Erzgebirgskreis · Sachsen

Radon in Scheibenberg

Scheibenberg ist als Radon-Vorsorgegebiet ausgewiesen. Für Arbeitsplätze im Keller- und Erdgeschoss besteht damit eine gesetzliche Messpflicht nach § 127 StrlSchG — auch für Selbstständige ohne Angestellte.

200Bq/m³ geschätzter Wohnraum-Durchschnitt
160kBq/m³ Radon im Boden, Median über das Gemeindegebiet
JaRadon-Vorsorgegebiet
91.von 419 sächsischen Gemeinden nach Schätzwert
0
100WHO
300Referenzwert
1000+

Geschätzter Jahresmittelwert in Wohnräumen gegenüber dem Bundesmedian von 78 Bq/m³.

Was im Boden steckt

Unabhängig vom Wohnraum-Schätzwert erfasst das Bundesamt für Strahlenschutz das Radonpotenzial in der Bodenluft, aufgelöst in Zellen von einem Kilometer Kantenlänge. Über das Gemeindegebiet von Scheibenberg liegt der Median bei rund 160 kBq/m³, der Spitzenwert bei etwa 223 kBq/m³ — erhöht. Angegeben ist jeweils das 90. Perzentil: In zehn Prozent der Fälle liegen die tatsächlichen Bodenwerte darüber.

Der Bodenwert beschreibt das Angebot von unten, der Wohnraumwert das, was in Gebäuden davon ankommt. Wie groß der Unterschied ausfällt, entscheidet die Bausubstanz.

Was daraus folgt

Für Betriebe: Wer in Scheibenberg einen Arbeitsplatz im Keller- oder Erdgeschoss verantwortet, muss dort messen lassen — ein Detektor je genutztem Raum, zwölf Monate Messdauer, ausgeführt von einer nach § 155 StrlSchV anerkannten Stelle. Die 18-Monats-Frist für Bestandsbetriebe ist seit 2022 abgelaufen. Liegt das Ergebnis über 300 Bq/m³, greifen Maßnahmen- und Wiederholungspflicht nach § 128.

Für Privathaushalte: Es gibt keine Messpflicht, aber eine deutliche Empfehlung. In Vorsorgegebieten wird der Referenzwert etwa dreimal so häufig überschritten wie im Bundesdurchschnitt. Beim Neubau gelten hier zusätzlich verschärfte bauliche Anforderungen nach §§ 123, 124 StrlSchG.

Gemeinden in der Umgebung

Olbernhau 201 Bq/m³ · Stollberg/Erzgeb. 198 Bq/m³ · Großolbersdorf 197 Bq/m³ · Zschorlau 197 Bq/m³ · Geyer 205 Bq/m³ · Drebach 206 Bq/m³

Warum 100 und nicht erst 300?

Der deutsche Referenzwert von 300 Bq/m³ ist kein Grenzwert, sondern ein Prüfmaßstab — und er ist zugleich das Maximum, das die EU-Richtlinie 2013/59/Euratom zulässt. Deutschland hat diesen Höchstwert übernommen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt dagegen 100 Bq/m³, weil sich gesundheitliche Effekte ab etwa dieser Größenordnung nachweisen lassen und das Risiko linear mit der Konzentration steigt.

Praktisch bedeutsam wird das dort, wo Räume mit Bodenkontakt regelmäßig genutzt werden: das Arbeitszimmer im Souterrain, die Werkstatt, der Hobbyraum — und als Extremfall die ausgebaute Kellerwohnung. Dort reichert sich Radon an, und dort wird erfahrungsgemäß am wenigsten gelüftet. Mehr zum Gesundheitsrisiko

Die Werte sind modellierte Schätzwerte auf Gemeindeebene. Das Bundesamt für Strahlenschutz weist ausdrücklich darauf hin, dass sich daraus keine Aussage über ein einzelnes Gebäude ableiten lässt — die Verhältnisse schwanken kleinräumig mit Bausubstanz, Untergrund und Lüftung. Klarheit schafft nur eine Messung über zwölf Monate. Für Scheibenberg liegt kein gebäudescharfer Wert vor und kann auch nicht vorliegen.
→ Adresse in Scheibenberg prüfen → Alle Gemeinden in Sachsen → So läuft eine Messung ab