Sächsische Schweiz-Osterzgebirge · Sachsen
Radon in Dohna
Dohna ist kein Radon-Vorsorgegebiet — eine gesetzliche Messpflicht besteht hier nicht. Der geschätzte Wohnraum-Durchschnitt liegt mit 121 Bq/m³ allerdings über der WHO-Empfehlung von 100.
Geschätzter Jahresmittelwert in Wohnräumen gegenüber dem Bundesmedian von 78 Bq/m³.
Was im Boden steckt
Unabhängig vom Wohnraum-Schätzwert erfasst das Bundesamt für Strahlenschutz das Radonpotenzial in der Bodenluft, aufgelöst in Zellen von einem Kilometer Kantenlänge. Über das Gemeindegebiet von Dohna liegt der Median bei rund 105 kBq/m³, der Spitzenwert bei etwa 207 kBq/m³ — erhöht. Angegeben ist jeweils das 90. Perzentil: In zehn Prozent der Fälle liegen die tatsächlichen Bodenwerte darüber.
Der Bodenwert beschreibt das Angebot von unten, der Wohnraumwert das, was in Gebäuden davon ankommt. Wie groß der Unterschied ausfällt, entscheidet die Bausubstanz.
Was daraus folgt
Für Betriebe: Da Dohna kein Vorsorgegebiet ist, greift die Messpflicht nach § 127 StrlSchG hier nicht. Die Gefährdungsbeurteilung als Arbeitgeber bleibt davon unberührt — bei dauerhaft genutzten Räumen mit Bodenkontakt ist Radon ein Prüfpunkt wie andere auch.
Für Privathaushalte: Bei einem Schätzwert über der WHO-Empfehlung lohnt eine Messung besonders dann, wenn Räume im Keller oder Souterrain regelmäßig genutzt werden.
Gemeinden in der Umgebung
Reinhardtsdorf-Schöna 126 Bq/m³ · Gohrisch 113 Bq/m³ · Rosenthal-Bielatal 129 Bq/m³ · Bahretal 112 Bq/m³ · Bad Schandau 107 Bq/m³ · Königstein/Sächs. Schw. 107 Bq/m³
Warum 100 und nicht erst 300?
Der deutsche Referenzwert von 300 Bq/m³ ist kein Grenzwert, sondern ein Prüfmaßstab — und er ist zugleich das Maximum, das die EU-Richtlinie 2013/59/Euratom zulässt. Deutschland hat diesen Höchstwert übernommen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt dagegen 100 Bq/m³, weil sich gesundheitliche Effekte ab etwa dieser Größenordnung nachweisen lassen und das Risiko linear mit der Konzentration steigt.
Praktisch bedeutsam wird das dort, wo Räume mit Bodenkontakt regelmäßig genutzt werden: das Arbeitszimmer im Souterrain, die Werkstatt, der Hobbyraum — und als Extremfall die ausgebaute Kellerwohnung. Dort reichert sich Radon an, und dort wird erfahrungsgemäß am wenigsten gelüftet. Mehr zum Gesundheitsrisiko